Mir wurde mal von einem Chef gesagt ich soll mich doch klassischer kleiden, “so wie X”. X war unsere Praktikantin im schwarzen Hosenanzug mit weißer Bluse. Das ganze stand am Ende sogar als Feedback in meiner finalen Projektbewertung 🤨
Eine positive Perspektive auf diese Episode ist: Wenn einer der einzigen Kritikpunkte die mein Chef finden konnte meine Kleidung war, dass muss ich wohl einen ziemlich guten Job gemacht haben – und das habe ich auch. (Was ich getragen habe war übrigens z.B. eine senffarbene Stoffhose mit einem Kaschmirpullover – keine crazy Einhornanzug, Hotpants oder so etwas).
Ich hab mich trotzdem richtig schlecht gefühlt – und nicht nur weil meine Kleidung sichtbarer war als meine Leistung.
Die Message die für mich in diesem Feedback mitschwang war “fall’ nicht auf, stell dich nicht in den Mittelpunkt, bleib schön im Hintergrund”.
Was doppelt ironisch ist, dann (1) als einzige Frau im Führungsteam wäre ich auch mit einem schwarzen Anzug und weisser Bluse aufgefallen. Und zum anderen (2) habe ich damals in einer Beratung gearbeitet, wo es doch unsere Aufgabe sein sollte andere Perspektiven aufzuzeigen und eine neue Sichtweise auf die Herausforderungen an den Tisch zu bringen.
Naja, ich arbeite nicht mehr dort und bei VMware darf ich tragen was ich will – bzw. mein neuer Chef vertraut meiner Einschätzung dass ich mich anlassgemäss kleide 😊. Und versteht mich nicht falsch, es ist total okay wenn sich X im schwarzen Hosenanzug mit weisser Bluse wohlfühlt. Aber für mich ist Kleidung Teil meiner Identität und die darf gerne ein wenig auffällig sein.
